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Archiv der Eden Gemeinnützige Obstbau-Siedlung eG (Eden-Archiv)

Struveweg 505, 16515 Oranienburg

 

 

Das Eden-Archiv dokumentiert die historischen und aktuellen Ereignisse, die für die Entwicklung der Obstbau-Siedlung Eden und ihrer reformerischen Ideen von Bedeutung sind. Es dient den Edenern als Zugang zu ihrer geschichtsträchtigen Vergangenheit und ist Quelle für die Öffentlichkeitsarbeit der Genossenschaft. Das Archiv kann aber auch von Interessenten aus allen Fachbereichen für wissenschaftliche Arbeiten genutzt werden. Anfragen richten Sie bitte an den Archivleiter:

 

Robert Schurmann

Südweg 430, 16515 Oranienburg

Tel.: (0 33 01) 53 07 35

E-Mail: schurmann.eden@t-online.de

 

Weiterführende Links:

 

 

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Archiv-Literatur über Eden

 

 

Chronik Eden

 

 

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Ausführliche Berichte zu Edener Zeitepochen

 

 

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Geschichte der Obstbausiedlung Eden

Am 28. Mai 1893 trafen sich 18 Vegetarier im Berliner Speisehaus „Ceres“, um die „Vegetarische Obstbau-Kolonie Eden“ zu gründen. Sie erwarben 160 Morgen Land bei Oranienburg, nördlich von Berlin, um eine Siedlung zu errichten, deren Bewohner sich hauptsächlich dem Obstbau widmen und ein gesundes Leben nach lebensreformerischen Ideen führen sollten. Die angestrebte naturverbundene Lebensführung war eine Antwort auf die Industrialisierung und Urbanisierung mit all ihren Nachteilen.

Der erworbene Grund und Boden wurde in Heimstätten zu je 2.800 qm aufgeteilt und an willige Siedler, die den Bestrebungen der Gründer nachkommen wollten, in Erbpacht gegeben. Auch heute noch ist der Boden im Gemeinbesitz, also unveräußerlich und so der Bodenspekulation entzogen.

Bereits bis zum Jahr 1900 waren über 30 Siedlungshäuser errichtet und man zählte auf den Heimstätten 15.000 Obstbäume, 50.000 Beerensträucher sowie 200.000 Erdbeerpflanzen. Als bei der Abnahme der Ernten auf dem Berliner Markt Schwierigkeiten entstanden, errichtete man eine Obstverwertungsanlage, in der Marmeladen und Gelees ohne chemische Zusatzstoffe sowie naturreine Obstsäfte hergestellt wurden, die unter der Marke „EDEN“ in die Reformhäuser gelangten. Nach den Rezepten des Edener Arztes Dr. Friedrich Landmann produzierte man eine Pflanzenbutter, die ebenfalls unter dem Namen „EDEN“ auf den Markt kam. Von der „Warenabteilung“ wurde auch das von Fritz Kiel entwickelte Pflanzenfleisch „Gesunde Kraft“ vertrieben, eine vegetarische Bratenmasse, die als Fleischersatz dienen sollte.

Im Jahre 1909 ging die private Obstverwertung in genossenschaftliche Leitung über. Durch den Anbau von Obst und Gemüse in der eigenen Siedlung und den Verkauf der Eden-Waren an die Reformhäuser konnte der Umsatz von 1913 bis 1929 verdreifacht werden. Mit dem Gewinn wurden in der Siedlung zahlreiche Gemeinschaftseinrichtungen wie Schule, Kindergarten, Jugendherberge und Genossenschaftssaal finanziert. In Eden entwickelte sich auch ein reges geistiges und kulturelles Leben. Es entstand ein Gemeinschaftshaus für Veranstaltungen der Edener Heimatbühne, für Vorträge über Gartenbau und Vegetarismus, für Musikdarbietungen und Sport. Edener Fasching, Frühlingsfest, Erdbeerfest, Sommersonnenwende, Erntefest und Weihnachtsfeier gehörten zu den Höhepunkten eines jeden Jahres. 1923 erhielt die Genossenschaft auf Grund ihrer Verdienste die Anerkennung der Gemeinnützigkeit.

Eden war bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges die einzige Siedlung, in der kein Alkohol verkauft werden durfte. Durch gesunde Ernährung der Siedler war Eden somit die Gemeinde mit der niedrigsten Säuglingssterblichkeit in Deutschland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine wechselvolle Geschichte: Eden versuchte einen Neuaufbau, aber der genossenschaftseigene Obstverwertungsbetrieb musste in das Planwirtschaftssystem der DDR integriert werden. Die in Eden produzierten Säfte wurden an die in der DDR existierenden Reformhäuser und Diätabteilungen der staatlichen HO-Läden vertrieben. 1972 wurde der Edener Betrieb in Volkseigentum überführt, wodurch der Siedlung eine wirtschaftliche Grundlage entzogen war.

Ein Schutz der Edener Interessen wurde dadurch erreicht, dass in der Bundesrepublik im Jahr 1950 die EDEN-Waren GmbH gegründet wurde, in die Eden ihre Warenzeichen und Rezepturen einbrachte. Dieser Betrieb in Bad Soden/Taunus hatte sich sehr bald von einem Ein-Mann-Betrieb zu einem großen Reformwarenunternehmen entwickelt. Eden-Oranienburg war als Gesellschafter an diesem Betrieb beteiligt, obwohl sich die Genossenschaft auf dem Boden der DDR befand.

Eden hat das Kaiserreich, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus und den Sozialismus in der DDR überlebt. Wie vor mehr als hundert Jahren ist es auch zu Beginn des neuen Jahrtausends für die Genossenschaft die wichtigste Aufgabe, die Ideen der Boden-, Wirtschafts- und Lebensreform zu verwirklichen. Dazu sind vor allem Menschen gefragt, die mit ihrer eigenen Lebensweise diese „Eden-Idee“ lebendig gestalten.

 

 

 

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Eden Gemeinnützige Obstbau-Siedlung eG
Struveweg 501 • 16515 Oranienburg
Tel.: (0 33 01) 52 32-6 • Fax: (0 33 01) 52 32-70

E-Mail: info@eden-eg.de