|
|
|
Eden-Ausstellung mit Sonderausstellung Gustav Lilienthal - Silvio Gesell - Freiland - Geldreform
Struveweg 505 16515 Oranienburg
Öffnungszeiten: sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr
Das Eden-Café lädt sonntags von 14:00 - 17:00 Uhr in das ehemalige Presshaus der Alten Mosterei zu selbstgebackenem Kuchen und Kaffee ein.
|
|
Der Besuch der Ausstellungen ist kostenlos. Wir laden Sie herzlich ein und wollen bei einem Glas Apfelsaft Ihre Fragen gern beantworten. Termine auch außerhalb dieser Öffnungszeiten können im Genossenschafts-Büro unter der Telefonnummer (0 33 01) 52 32-6 oder per E-Mail vereinbart werden. Anfragen können aber auch an die folgenden Mitglieder der Arbeitsgruppe „Ausstellung“ gerichtet werden:
Dieter Eisenberger (0 33 01) 53 31 92 Robert Schurmann (0 33 01) 53 07 35
Zu den Edener Festen sowie für Besuchergruppen werden die Ausstellungen zusätzlich geöffnet. Meistens gehört dann auch eine Führung durch die Siedlung zum Angebot.
|
|
|
|
|
|
|
Eden-Ausstellung
|
Parallel zu den negativen Begleiterscheinungen der Industrialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Deutschland die Lebensreformbewegung, in der Alternativen zum derzeit herrschenden Wirtschaftssystem, geltenden Bodenrecht, zur Zinswirtschaft sowie für ein gesundes Leben im Einklang mit der Natur gesucht wurden. Unsere 1893 gegründete Genossenschaft ist die einzige der damals zahlreichen lebensreformerischen Siedlungen in Deutschland, die trotz wechselnder politischer Systeme heute noch besteht. Zurzeit erleben wir die negativen Begleiterscheinungen der „Globalisierung“. Bei der Suche nach Mitteln und Wegen zur Bewältigung heutiger Krisen ist es durchaus sinnvoll, sich auch mit reformerischen Ideen der Vergangenheit zu beschäftigen. Wir möchten Ihnen deshalb mit unserer „Eden-Ausstellung“ und der Sonderausstellung „Gustav Lilienthal - Silvio Gesell - Freiland – Geldreform“ Anregungen für die Suche nach Alternativen geben. Unsere Dauerausstellung findet seit der 100-Jahr-Feier im Jahr 1993 immer wieder das Interesse der Edener, ihrer Gäste und vieler Besucher. Im ehemaligen Speiseraum der Beschäftigten des Obstverwertungsbetriebes wird dargestellt, wie die drei Säulen der Eden-Idee „Bodenreform – Wirtschaftsreform – Lebensreform“ verwirklicht wurden. Abwechselnd stehen die Mitglieder der Arbeitsgruppe an den Wochenenden allen Besuchern zu Gesprächen zur Verfügung. Ein Blick in das Gästebuch belegt es: Neben den Edenern und ihren Gästen sowie zahlreichen Wissenschaftlern, Studenten und Schülern findet man Besucher aus allen Erdteilen, darunter auch Ausgewanderte, die ihre Heimat wieder einmal besuchen. Ihre Eintragungen in das Gästebuch belegen die Sympathien für die Ziele Edens. Große Bewunderung findet die Vielfalt des wirtschaftlichen und kulturellen Wirkens in Edens Blütezeit. Es werden aber auch Befürchtungen geäußert, dass es immer schwerer sein wird, die reformerischen Ideen Edens weiterzuführen. Die sonntäglichen Ausstellungstermine und Gruppenführungen werden von den 18 Mitgliedern der Arbeitsgruppe Ausstellung durchgeführt. Immer wieder werden in der Dauerausstellung Teile verändert, erweitert und aktualisiert. Besonders Sabine und Robert Schurmann, Verwalter des Eden-Archivs, haben hier Impulse gesetzt.
Dieter Eisenberger, AG Ausstellung
Die folgenden Themen kann man bei einem Ausstellungsrundgang kennen lernen: |
|
Gründung Aufteilung des Landes Siedler Wegbereiter und Künstler Häuserbau und Architektur Wege und Plätze GartenbauObstverwertung Reformwarenhandel |
Produktwerbung Vegetarismus Vegetarierkongress Eden im Dritten Reich Handwerk und Gewerbe Kindergarten, Schule und Sport Kunst und Kultur Feste und Vorträge 100-Jahr-Feier
|
|
|
|
Spricht man über Gustav Lilienthal, ist man versucht, den Vornamen zu betonen, um deutlich zu sagen: „Nein, diesmal nicht Otto!“ Eine Biografie also im Schatten des anderen? Der Helfer, der Auch-Flugpionier? Tatsächlich führte Gustav Lilienthal bis zu seinem Tod das Werk seines Bruders in der Erforschung und Nachahmung des Vogelfluges fort, dort wo die breite Technikentwicklung inzwischen einen anderen Weg eingeschlagen hatte. Aber das Schwimmen mit dem Strom war seine Sache nie.
Dass die Flugtechnik in der Vergangenheit sehr im Zentrum seiner Biografie stand, liegt wohl eher daran, dass es sich um sein Alterswerk handelte, umgeben mit der Aura des nun schon weltberühmten Namens. Die noch heute sichtbaren Zeugnisse des Wirkens Gustav Lilienthals betreffen aber hauptsächlich seine Profession als Baumeister: bis heute auffallende Villen mit Türmchen und Erkern in Berlin-Lichterfelde, die einfache, praktische Wohnanlage „Freie Scholle“ im Norden Berlins sowie einige Häuser in unserer Genossenschaftssiedlung Eden.
Auf den Tafeln der Sonderausstellung finden Sie Informationen über das Wirken von Gustav Lilienthal sowie über die Siedlerhäuser in Eden, die nach seinem Patent mit Hohlblocksteinen errichtet wurden. Und dann sind da noch die kurzlebigeren Bauwerke in Kinderzimmern: Bevor man dort aus Kunststoff baute, beherrschte der Anker-Steinbaukasten die Miniatur-Bauwelt. Dieser und eine große Zahl anderer Baukastensysteme und Spielgeräte gehen auf Erfindungen Gustav Lilienthals zurück.
|
|
Seit 1996 befindet sich diese Sonderausstellung über den deutsch-argentinischen Kaufmann und Sozialreformer Silvio Gesell in der Genossenschaftssiedlung Eden - an jenem Ort, in dem Gesell auch zeitweise selbst lebte.
Von 1913 bis 1916 entstand hier sein Hauptwerk „Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld”. Darin wurden Grundlagen für eine freiheitliche Alternative zu den instabilen und friedlosen Systemen des Kapitalismus und des Kommunismus gelegt. Gesell analysierte die Ursachen der Kluft zwischen Armut und Reichtum, der Arbeitslosigkeit und der Kaufkraftschwankungen.
Ihm ging es darum, dass das Geld und der Boden einschließlich der Ressourcen als Gemeinschaftsgüter betrachtet und allen Menschen zu gleichen Bedingungen zugänglich gemacht werden. Gesell wollte die bestehende kapitalistisch verfälschte Marktwirtschaft in eine freiheitliche, gerechte und friedliche Marktwirtschaft ohne Kapitalismus umwandeln.
Nach Stationen in der Schweiz, Rehbrücke bei Potsdam und Argentinien lebte Gesell von 1927 bis zu seinem Tod im Jahr 1930 nochmals in Eden. Die erneuerte Ausstellung vermittelt Einblicke in die Entwicklung von Gesell’s Sozialreformtheorien. |
|
Ziel des von Landgerichtsrat Alwin Esser im Jahre 1895 gegründeten Freilandvereins e.V. war der Erwerb und die „Freimachung“ von Boden, der ausschließlich Eigentum des deutschen Volkes und somit der Spekulation entzogen sein sollte. Durch eine einmalige Zahlung von 100 RM oder durch Übergabe eines Stückes Land konnte man Mitglied werden. Die eingezahlten Beiträge flossen zu 80 % in einen Freilandfonds. Der Verein erwarb im Laufe der Jahre mehrere Grundstücksanteile, darunter auch die Siedlung Gildenhall bei Neuruppin. Mit Eden gab es enge Kontakte und so verlegte Alwin Esser 1911 den Sitz von Breslau in die Obstbausiedlung. Otto Jackisch, Genossenschaftsvorsitzender in Eden, wurde bis zur Auflösung des Freilandvereins 1936 auch Vorsitzender des Freilandvereins. Grund der Auflösung war Punkt 17 des NSDAP-Programms, in dem es hieß, dass eine „unseren nationalen Bedürfnissen angepasste Bodenreform, Schaffung eines Gesetzes zur unentgeltlichen Enteignung von Boden für gemeinnützige Zwecke” erforderlich sei und mit dem „Erbhofgesetz“ bereits ein erster Schritt gemacht wurde.
|
|
1895 wurde zur Abhilfe der Geldschwierigkeiten der Genossenschaftssiedlung auch die Gründung der „Oranienburger Bau- und Kreditgesellschaft mbH“ beschlossen. Hermann Krecke übernahm zunächst die Beraterfunktion bei Fragen der Mittelbeschaffung. Die Gesellschaft gab Pfandbriefe mit Anteilscheinen von 100, 300, 500 und 1.000 Mark Ausgabewert bei einer Verzinsung von 4 % heraus. Nach fünf Jahren betrug das Geschäftsvolumen eine Viertel Million Mark. Im Jahr 1905 änderte sich die Organisation und Satzung, denn aus dem Unternehmen wurde eine Bank mit uneingeschränktem Bestand. Der bisherige Geschäftsführer und Mitbegründer Carl Scheffler wurde von Otto Jackisch abgelöst.
In den Kriegsjahren 1914 bis 1918 war die „Eden-Bank“ keinen größeren Kursschwankungen unterworfen, wie dies bei allen Hypothekenbanken der Fall war.
|
|
|
|
1922 übernahm Fritz Hampke die „Edener Siedlungsbank“, mit deren Hilfe fast alle Siedlerhäuser in Eden finanziert werden konnten. Und der Deutsche Verein Freiland e.V. übertrug der Siedlungsbank die Herausgabe und Verwaltung der „Freilandsbriefe von 1916“.
Nach 1933 ging das Unternehmen vollständig in das Eigentum der Eden-Genossenschaft über und das Stammkapital konnte bis 1937 noch einmal beträchtlich erhöht werden. Die Edener Siedlungsbank hatte zwar den Zweiten Weltkrieg überlebt, wurde aber Ende 1947 als eigenständiges Bankinstitut aufgelöst.
|
|
Informationen über Geldreform finden Sie hier:
|
Eden
Gemeinnützige Obstbau-Siedlung eG
Struveweg 501 • 16515 Oranienburg
Tel.: (0 33 01) 52 32-6 • Fax: (0 33 01) 52 32-70
E-Mail: info@eden-eg.de