|
|
|
|
Bereits seit 1915 haben Interessierte die Möglichkeit, sich im Theaterspiel auf der „Edener Heimatbühne“ auszuprobieren. Im Sommer 2005 wurde durch Ortsveränderungen einzelner Darsteller und Beendigung der künstlerischen Leitung von Ingrid Scharfschwerdt allerdings wieder einmal ein Neuanfang notwendig. Noch im gleichen Jahr gab es aber bereits kleine Auftritte auf unterschiedlichen Veranstaltungen und die Beiträge für eine Seniorenveranstaltung des Pflegedienstes MEDI-Mobil am 22.02.2006 hatten eine sehr gute Resonanz. Am 24. Juni 2006 feierten die Edener Heimatbühne und das ehemalige Jugendtheater gemeinsam die Premiere ihres Bühnenstückes „Eins auf die Fresse“ - ein Krimi von Rainer Hachfeld über Liebe, Mobbing und die alltägliche Gewalt unter Schülern. Am 05. und 06. Mai 2007 wurde gemeinsam mit der Musikwerkstatt Eden anlässlich des Edener Blütenfestes das Stück „Die phantastische Geschichte von Peer Gynt“ zur Aufführung gebracht. Die Schauspieler führten die Probenarbeiten in Eigenregie fort und spielten drei kleine Stücke aus dem umfangreichen Repertoire der Edener Heimatbühne zum 115. Eden-Jubiläum im Mai 2008, danach auch mehrmals auswärts.
Die Edener Heimatbühne löste auch ihr Versprechen ein, anlässlich der Landesgartenschau Oranienburg 2009 aufzutreten und spielte mehrere kleine Stücke in der Halle der Kurt-Mühlenhaupt-Ausstellung. Gerhard Semper zog sich danach aus der verantwortlichen Tätigkeit als Sprecher und Organisator zurück, womit ein weiterer Abschnitt der Edener Heimatbühne zu Ende ging. Nach einer kleinen Pause wird der Vorhang mit einem neuen Konzept wieder aufgehen. Probentermine und Veranstaltungen werden wir dann wie gewohnt in unserem Veranstaltungskalender bekannt geben. |
|||||||||||||
|
|
|
|
|
|
|||||||||
|
Edener TheaterZwerge
Über unsere Arbeit können Sie sich hier informieren. |
|
Chronik der Edener Heimatbühne:
|
|
Im Frühjahr 1915 kam die Schauspielerin Anna Rubner nach Eden. Angeregt und gefördert durch Dr. Friedrich Landmann und Ludwig Flett übernahm sie die Aufgabe, einem Stück mit vier jungen Mädchen zur Aufführung zu verhelfen. Die „Laune des Verliebten“ mit Ida und Lenchen Seifert aus Eden sowie zwei Oranienburger Mädchen. Unmittelbar danach begann sie die ersten Stücke mit Laienspielern aus Oranienburg und der Eden-Siedlung einzustudieren. Mit Heinrich Zartmann, dem Leiter des Oranienburger Waisenhauses, Charlotte Becker und Karl Woydt kamen Goethes „Geschwister“ zur Aufführung.
Nach dem Ersten Weltkrieg entstand eine kleine, zielbewusst arbeitende Gruppe, die drei-, viermal in der Woche, manchmal bis Mitternacht, Atem-, Sprech-, Bewegungstechnik übte. Es wurden auch kleine Szenen, zum Beispiel aus Gobineaus “Renaissance”, einstudiert. In den folgenden Jahren gab es auch größere Aufführungen, sehr oft in Oranienburg, ein paar Mal auch in Berlin.
1928 entstand in Eden schließlich die Arbeitsgemeinschaft „Laienspiele“. Ziel der Gruppe um Anna Rubner war es: „wenig bekannte und unbekannte Werke der Klassiker lebendig zu machen und der Bevölkerung, die damals Berliner Vorstellungen nicht erreichen konnte, in guten Vorstellungen zu vermitteln“. Nach zweijähriger systematischer Arbeit war die Gruppe spielfähig.
|
||
|
|
|
![]() |
|
Als am 26. Oktober 1930 das neue Genossenschaftshaus, mit Festsaal und Theaterbühne, eingeweiht wurde, zeigten die Akteure Szenen aus dem Schlussakt von Goethes „Faust II“. Das Bühnenbild schuf der Bühnenmeister Johannes Kain. „Der große, selbst vielen Freunden unerwartete Erfolg brachte uns den Ehrentitel „Edener Heimatbühne“ ein“, schrieb Anna Rubner 30 Jahre später. |
||
![]() |
![]() |
|
|
Die Edener Heimatbühne brachte klassische Stücke auf die Bühne, aber auch Märchen- und Weihnachtsspiele, die beliebten Stücke von Hans Sachs sowie Großaufführungen zusammen mit anderen Edener Gruppen, dem Volkstanzkreis, dem Singkreis und der Musikvereinigung, die zu „wahren Kunstwerken“ wurden. Anna Rubner hat mit ihren Mitspielern u.a. Werke von Aischylos über Shakespeare, Calderon, Moliere und Goldoni zu Goethe, Schiller und Lessing, Grabbe, Grillparzer und Netroy, Ibsen, Strindberg, Hauptmann, Tolstoi und Gorki einstudiert. Französische Lustspiele und die deutschen Massenfabrikate der Jahrhundertwende kamen zur Aufführung. Eine Statistik der Aufführungen von 1930 bis 1936: |
||
| Jahr | Stücke | Aufführungen | Zuschauer | ||
| 1930/31 | 22 | 35 | 7.000 | ||
| 1932 | 16 | 52 | 13.000 | ||
| 1933 | 23 | 44 | 12.000 | ||
| 1934 | 14 | 54 | 13.000 | ||
| 1935 | 17 | 38 | 9.000 | ||
| 1936 | 14 | 44 | 7.000 | ||
| Gesamt | 106 | 265 | 61.000 |
|
Hans Neuhauser |
Abdon Poepke |
Luise Poepke |
|
Irmgard Raether |
Karl-Heinz Zartmann |
Maugli Rubner |
|
Außer in Eden und Oranienburg wurden einige Stücke in den folgenden Orten gespielt: Berlin, Bernau, Wandlitz, Erkner, Liebenwalde, Zepernick, Neuruppin, Freienwalde, Zühlsdorf, Grabowsee, Bötzow, Germendorf, Hohen Neuendorf, Löwenberg, Herzfelde, Bärenklau, Leegebruch und Freienhagen.
Bis zum Jahre 1939, in dem das letzte abendfüllende Stück von der Edener Heimatbühne gespielt wurde, sind u.a. folgende Werke aufgeführt worden: |
|
Goethe:
|
Faust I, Faust II. Schlussszenen, Stella, Iphigenie auf Tauris, Götz von Berlichingen, Der Großkophta, Die Laune des Verliebten, Triumph der Empfindsamkeit, Der vergötterte Waldteufel, Der Bürgergeneral; |
|
Schiller: |
Turandot, Wallenstein: Die Piccolomini und Wallensteins Tod, Die Braut von Messina; Shakespeare: Ein Sommernachtstraum, Der Widerspenstigen Zähmung; |
|
Hebbel: |
Die Nibelungen, Der Diamant; |
|
Ibsen: |
Gespenster; |
|
Lessing: |
Minna von Barnhelm; |
|
Euripides: |
Iphigenie in Aulis und Aischylos; Orestie: 1. Agamemnon, 2. Orestes; |
| Hauptmann: | Vor Sonnenaufgang, Hanneles Himmelfahrt; |
| Shaw: | Helden, Reginalds Traum; |
| Anzengruber: | Der Gewissenswurm, Die Kreuzelschreiber, Der Doppelselbstmord; |
| Kotzebue: | Die deutschen Kleinstädter, Das Landhaus an der Heerstraße; |
| Sachs: | Jedermann, Viele kleine Stücke; |
| Benedix: | Die zärtlichen Verwandten, Der Störenfried; |
| Grillparzer: | Das Goldene Vlies, Weh dem, der lügt, Die Ahnfrau; |
| Schönherr: | Glaube und Heimat; |
| Goldoni: | Der Dienst zweier Herren; |
| Calderon: | Die Dame Kobold; |
| Raimund: | Die gefesselte Phantasie; |
| Nestroy: | Das Mädel aus der Vorstadt; |
| Busch: | Der Vetter auf Besuch; |
| Grabbe: | Aschenbrödel; |
| Voigt: | Der eigene Gaul; |
| Beaumarchais: | Der tolle Tag von Figaros Hochzeit; |
| Kube: | Totila; |
|
Bartes: |
Apollonius von Tyana; |
|
Rehberg: |
700 Jahre Oranienburg. |
|
|
![]() |
|
|
1946 bildete sich aus den „übrig gebliebenen“ Edener Spielern die Gastspielgruppe „Künstlergemeinschaft Oranienburg“, die durch Dörfer und Städte zog. Es gab also einen Neuanfang und wieder ein reges Arbeiten. Zum Schillerjahr 1955 wurden „Turandot“ und Szenen aus „Kabale und Liebe“ aufgeführt. 1968 starb Anna Rubner. Nach einer 15jährigen Pause fanden sich 1983 einige ehemalige Schauspieler sowie auch Neu-Edener zusammen, um mit einem Theaterabend des 100. Geburtstages von Anna Rubner zu gedenken: „Das Kälberbrüten“ und „Der tote Mann“ von Hans Sachs, Molieres „Liebe als Arzt“ und „Die Kur“ von Anna Rubner wurden unter der Leitung von Adinda Gödde, jüngste Tochter Anna Rubners, einstudiert. Auch ein Wilhelm-Busch-Programm konnte aufgeführt werden. Beim Festumzug zur 775-Jahr-Feier Oranienburgs im Jahr 1991 stellten Edener Laienschauspieler Figuren des Bildes „Allegorie zur Gründung der Stadt Oranienburg“ dar. In diesem Jahr übernahm die Hohen Neuendorfer Schauspielerin Ingrid Scharfschwerdt die Leitung der Edener Heimatbühne. Ihr gelang es, in kontinuierlicher Arbeit bis 2005 über 30 Inszenierungen verschiedenster Art zu erarbeiten. |
|
Edengeschichten in Bildern |
|
"Träume" von Günter Eich |
|
Zur 100-Jahr-Feier Edens im Jahr 1993 wurden die „Edengeschichten in Bildern“ in insgesamt fünf Vorstellungen gezeigt. Über 20 Laienschauspieler, die Edener Gymnastikgruppe, Kinder aus der Edener Schule und der Volkstanzkreis Leegebruch brachten Szenen der „Eden-Idee und Wirklichkeit“ – Kaiserzeit, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, DDR, Gegenwart und Zukunftsvisionen - auf die Bühne, zusammengestellt und getextet von Joachim Dobbrick. Es folgten Stücke wie „24 Stunden aus dem Leben des Herrn Professor Runge“ von Max Rehberg, „Die Liebe, als Arzt“ von Moliere, ein Balladenabend, verschiedene Weihnachtsstücke, zwei Tanzspiele, „Die Träume“ von Günter Eich, „Er, Sie, Es“, „Biotop“, „Strafsache Pfeiffer“ und „Kein Bahnhof für Zwei“ von Rudi Strahl, „Der Streit der Fischweiber“ von Bertolt Brecht, „Die Präsidentinnen“ von Werner Schwab, Szenen aus „Maria Stuart“ von Schiller, Einakter von Tschechow. Im Mai 2003 kam „Wo liegt Eden“ ein eigens zum 110. Gründungstag der Eden-Genossenschaft geschriebenes Stück von Ulrike Richter zur Uraufführung.
|
|
Szene aus "Maria Stuart" |
|
Strafsache Pfeiffer |
|
Die Auftritte der Edener Heimatbühne beschränkten sich nicht nur auf Eden. Es gab Gastspiele in Oranienburg, Leegebruch, Hennigsdorf, Bärenklau, Gransee und zur 775-Jahr-Feier auf dem Marktplatz in Hamm, einer Partnerstadt Oranienburgs. Ab 1998 war die Edener Heimatbühne auch Mitglied im Brandenburgischen Amateurtheaterverband e.V. und nahm regelmäßig an dessen Treffen teil. Bei den 8. Brandenburger Amateurtheater-Tagen im Mai 2004 in Schwedt gab es Auftritte mit zwei in Szene gesetzten Erzählungen von Ephraim Kishon, „Anästhesie“ und „Sabine oder heirate deine Mutter“.
|
|
"Die Kur" von Anna Rubner |
|
"Wo liegt Eden?" |
|
|
Im November 2004 gab es die letzte Premiere der Edener Heimatbühne unter der künstlerischen Leitung von Ingrid Scharfschwerdt. Zum 100. Todestag von Anton Tschechow wurde die in Szene gesetzte Erzählung „Ein ungewöhnlicher Mensch“ im Kulturhaus „Friedrich Wolf“ in Lehnitz aufgeführt. Der Honorarvertrag von Ingrid Scharfschwerdt mit der Genossenschaft endete zum Jahresende 2004. Zum Abschluss ihrer Tätigkeit für die Edener Heimatbühne verwirklichte Ingrid Scharfschwerdt ihre Idee einer „Bühnenbild-Ausstellung“. 22 ausschnitthafte und komplette Bühnenbilder wurden im Edener Saal aufgebaut und erinnerten vom 24. März bis zum 28. Mai 2005 an die Inszenierungen der vergangenen Jahre. Im April 2005 hatte die Edener Heimatbühne noch ein Gastspiel mit dem Tschechow-Einakter „Ende gut“.
|
|
Ingrid Scharfschwerdt |
|
Die ausführliche Geschichte der Edener Heimatbühne finden Sie hier.
|
Eden
Gemeinnützige Obstbau-Siedlung eG
Struveweg 501 • 16515 Oranienburg
Tel.: (0 33 01) 52 32-6 • Fax: (0 33 01) 52 32-70
E-Mail: info@eden-eg.de