Reformwaren in Eden
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Die Geschichte der Reformwaren und der Reformwarenhersteller steht direkt im Zusammenhang mit der Lebensreformbewegung und somit auch mit unserer lebensreformerischen Siedlung Eden. Und so war es nur natürlich, dass es nach der politischen Wende in Eden wieder eine Verkaufsmöglichkeit für Reformwaren geben sollte. Ein Antrag von Mitarbeitern der Arbeitsgruppe „Mensch bleib gesund” an die Gremien unserer Genossenschaft wurde wohlwollend aufgenommen und so konnte Andrea Heinze nach Abschluss der erforderlichen Ausbildung an der Reformhaus-Fachakademie im November 1995 das Reformhaus Eden eigenverantwortlich eröffnen. Anfang 1998 schloss dieses Geschäft, da Frau Heinze in Berlin ein etabliertes Reformhaus übernehmen konnte. |
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Bereits am 1. April 1998 eröffnete an gleicher Stelle das Apfeltor mit Naturkost und Naturwaren seine Pforte. Claudia Oldenburg beendete ihr Angebot ebenfalls nach kurzer Zeit im Sommer 2000. |
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Ab 2001 gab es in einem kleinen Reformwarendepot, das einmal wöchentlich für wenige Stunden geöffnet hatte und von Rainer Gödde betrieben wurde, ein kleines Angebot von Reformwaren. 2004 zog das Depot mit einem etwas größeren Angebot in die Räume ein, in denen 1895 das erste Reformwarengeschäft eröffnet hatte. Das Geschäft hatte nun regelmäßige Öffnungszeiten und wurde weiterhin von Rainer Gödde betreut. |
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2007 übernahm schließlich Ines Krenzlin, Reformhaus-Fachberaterin, die Räume und eröffnete das Geschäft Reformhaus Eden und Naturkostladen. Anfang 2009 endete auch dieser Versuch, in Eden wieder einen kleinen Reformwarenladen zu etablieren. | |||
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Etwas Geschichte:
Bereits 1895 ist in Eden für den täglichen Warenbedarf der Siedler eine Einkaufsstelle eingerichtet worden, die man wohl als eine der ältesten Reformgeschäfte bezeichnen kann. Diese „Konsum-Abteilung" wurde zuerst an Edener Siedler verpachtet, bevor sie 1910 die Genossenschaft selbst übernommen hat. Anfangs wurden die Produkte „zur Versorgung der Ansiedler mit guten Waren zu mäßigen Preisen” verkauft, denn es gab kaum Reformgeschäfte. Geschäftsführer Otto Jackisch musste durch Vorträge in Vegetariervereinen Pionierarbeit leisten, um für den Gedanken einer gesunden Ernährung zu werben. Hinweise in den Edener Mitteilungen auf die genossenschaftlichen naturreinen Obsterzeugnisse, die Reform-Pflanzenbutter Marke „Eden” und Fritz Kiels Pflanzenfleisch „Gesunde Kraft” begünstigten die Entwicklung der Konsum-Abteilung.
Die Lebensreformer suchten Alternativen zum herkömmlichen Produktangebot: Heilkräuter; pflanzliche Produkte als Ersatz für Fleisch; wohlschmeckende Getränke ohne Alkohol; bequeme, natürliche Kleidung.
Die Edener Konsum-Abteilung
eformhaus Jungbrunnen. Der Name „Reformhaus“ wurde seit dieser Zeit für solche Geschäfte verwendet, in denen nicht nur Ware verkauft, sondern auch das Ideengut der Lebensreformer auf vielfältige Weise verbreitet wurde. Das Warenangebot bestand in erster Linie aus vollwertigen Grundnahrungsmitteln wie Vollkornprodukten, Fruchtsäften, pflanzlichen Ölen und Stärkungsmitteln sowie Körperpflegeölen und bequemer Kleidung. Im Jahr 1909 schlossen sich 18 Reformhausbetreiber zur „Vereinigung Deutscher Reformhausbesitzer” zusammen und es wurde die „Einkaufsgenossenschaft vereinigter Deutscher Reformhäuser” gegründet. Ein Jahr später folgte die „Vertriebsgesellschaft hygienischer Reformartikel mbH”, die als Bindeglied zwischen Fabrikanten und Reformhäusern fungierte. 1911 fusionierten diese beiden lnteressenvertretungen der Reformhäuser zur „Genossenschaft Deutscher Reformhäuser” mit Sitz in Stuttgart. Die Vertriebsgesellschaft hygienischer Reformartikel wurde allerdings 1917 aufgelöst und 1925 durch die Gründung des „Vereins Deutscher Reformhausbesitzer“ (VDR) erneuert, der zwei Jahre später die Rechtsform einer Genossenschaft annahm. 1928 wurde schließlich die Gründung des Herstellerverbandes „Neuform” beschlossen und die alte Vereinigung aufgelöst. Der neue Verband wurde am 27.09.1929 unter dem Namen „Neuform, eingetragener Verein lebensreformerischer Unternehmen, Oranienburg-Eden” eingetragen. Es war in erster Linie der Edener Genossenschaftsvorsitzende Fritz Hampke, der eine einheitliche Organisation der Reformbranche anstrebte. Sehr schnell stieg die Mitgliederzahl auf 200 Hersteller und die Verbandszeitschrift erschien in einer Auflage von 70.000 Exemplaren. Die Schriftleitung dieser “Neuform-Wirtschaftsbriefe” übernahm der Edener Karl Bartes, der auch die redaktionelle Leitung der Edener Mitteilungen hatte. Es wurde ein Warenzeichen eingeführt, das auch heute noch ausschließlich von den Mitgliedern verwendet werden darf. Die drei stilisierten Dächer in Giebelhausform symbolisieren die Lebensreform, Bodenreform sowie Gesundheitsvorsorge. In den Vorstand wurde jeweils ein Vertreter der Hersteller- und der Reformhausseite gewählt: 1. Vorsitzender: Fritz Hampke, Genossenschaftsvorsitzender Eden 2. Vorsitzender: Hans Kowal, Reformhausbesitzer in Berlin Bis 1930 existierte noch der VDR, dem etwa 360 Reformhäuser angeschlossen waren. Im Juli dieses Jahres beschlossen die Mitgliederversammlungen des VDR und der Neuform den Zusammenschluss zur Einheitsgemeinschaft „Neuform VDR eGmbH.” Fritz Hampke und Hans Gregor, Vorstandsmitglied des VDR, wurden als Vorsitzende gewählt. Die neuform VDR e.G. mit zentralem Sitz in Oberursel im Taunus ist auch heute noch der Dachverband der Reformwaren-Branche.
Waldstraße 6 61440 Oberursel
Linktipps:
Die neuform http://www.neuform.de/branche/neuform.htm
Das Reformhaus http://www.reformhaus.de/branche/index.htm
Die Reformhaus-Fachakademie http://www.reformhaus-fachakademie.de/fp/archiv/home/index.php |
Eden
Gemeinnützige Obstbau-Siedlung eG
Struveweg 501 • 16515 Oranienburg
Tel.: (0 33 01) 52 32-6 • Fax: (0 33 01) 52 32-70
E-Mail: info@eden-eg.de