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Adolf Damaschke

Adolf Damaschke

 

Adolf Damaschke

24.11.1865 - 30.07.1935

Adolf Damaschke  wurde am 24. November 1865 in Berlin geboren. Sein Vater hatte eine kleine Tischlerei. Damaschke machte eine Ausbildung zum Volksschullehrer. In seiner Zeit als Lehrer (1886 bis 1896) erkannte er, dass sein persönliches Interessenfeld zwar durchaus im Umgang mit den Kindern berührt war, aber dass seine eigentliche Begabung auf dem Gebiet der Sozialpolitik und der Ökonomie lag. Sein Ziel war es, frei und unabhängig tätig zu sein, um an der Neugestaltung des sozialen Lebens (Sozialreform) und des persönlichen Lebens (Lebensreform) in Deutschland mitgestalten zu können. Er wurde Mitglied im „Verein für naturgemäße Gesundheitspflege", und in diesem Zusammenhang Leiter der Zeitschrift „Der Naturarzt". Zu dieser Zeit bekam er hier die entscheidenden Impulse für seine spätere Laufbahn.

 

Wegweisend war dann der Beitritt zum „Deutschen Bund für Bodenbesitzreform". Hier wurde er Zeuge und zum Teil Mitgestalter einer Reihe von bedeutenden Reformexperimenten. In Deutschland waren dies z.B.:

  • Seit 1886: die Siedlung Friedrich-Wilhelmsdorf bei Bremerhaven, eine Siedlung auf der Basis gemeinschaftlichen Grundeigentums. Allerdings ist diese Siedlung später als Gemeinschaft gescheitert: Die Siedler wollten ihr Land dann als Eigentum, „um es auch so verkaufen zu können wie die Nachbarn".

  • Seit 1892: die Gründung von Spar- und Bauvereinen wie „Freie Scholle", „Paradies" u.a. Diese haben mit kleinen Beitrittsgebühren, staatlicher Hilfe und Selbsthilfe bis 1925 einige Tausend Wohnungen in Berlin errichtet.

  • Mai 1893: die Gründung der „Vegetarischen Obstbau-Kolonie Eden".

 

Adolf Damaschke ist 1896 Chefredakteur der „Kieler Neueste Nachrichten" geworden. Dort konnte er seine Ideen und Publikationen im Sinne der Bodenreform besser erarbeiten und verbreiten.

 

Anerkennung seines Lebenswerkes waren u. a. die Ehrendoktorwürden der Theologie, Medizin und Jurisprudenz. Seit 1911 bis zu seinem Tode am 30. Juli 1935 war er auch Mitglied unserer Genossenschaft. Eden ist ihm bis heute noch besonders verbunden, auf seine Arbeit ist das Erbbaurecht und das Heimstättengesetz zurückzuführen.So konnten Enteignungen von 1945 bis 1989 und marktwirtschaftliche Spekulationen nach 1989 weitgehend verhindert werden.