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Otto Jackisch

Otto Jackisch

 

Otto Jackisch

18.01.1872 - 20.11.1956

Otto Jackisch wuchs in Görlitz auf. Sein Vater hatte dort eine Tischlerei. Seine Mutter stammte aus einer sächsischen Weberfamilie. Seine Ausbildung als Versicherungsfachmann führte ihn 1891 nach Zürich und von da 1892 nach Hamburg. In Hamburg trat er dem Vegetarierverein bei, dessen Vorsitzender er später wurde. Hier, nach Kontakten zu führenden Reformern wie Oppenheimer und Krecke, bekam er auch Kontakt mit der jungen Vegetariersiedlung bei Oranienburg. 1898 wurde Otto Jackisch Mitglied der Genossenschaft und übernahm eine Heimstätte. 1900 zog er dann nach Eden und trat bald darauf in den Vorstand der Genossenschaft ein, dessen Vorsitz er 1903 übernahm. Seine Tätigkeit als Geschäftsführer endete 1922.

 

In der Zeit, in der Jackisch im Vorstand tätig war, wurde Eden dreimal erweitert (1905 um 36 Morgen, 1907 um 24 Morgen und 1919 um 220 Morgen). Die Einführung des Erbbaurechts 1906 war eine wesentliche Entscheidung für den langfristigen Bestand der Siedlung. Und eine weitere bedeutende Entwicklung war besonders Jackischs Verdienst: Die Edener Siedlungsbank, Nachfolgeinstitut der "Oranienburger Bau- und Kreditgesellschaft mbH". Diese Bank (als "Sparbank der Reformer" ein Vorläufer der heutigen Öko-Banken), ohne deren Finanzkraft die Entwicklung Edens in der uns bekannten Form kaum stattgefunden hätte, hatte er als alleiniger Geschäftsführer ab 1905 geführt.

 

Noch eine weitere bedeutende Einrichtung der Siedlung geht auf die Initiative von Otto Jackisch zurück. Es sind die "Edener Mitteilungen“. 1906 erschienen sie zum ersten Mal als "Zwanglose vierteljährliche Nachrichten". Damit war ein Mitteilungsorgan geschaffen worden, welches neben seiner Nachrichtenfunktion die Edener Kultur innerhalb und außerhalb der Siedlung weitergetragen hat. Jackisch war von 1906 bis 1931 Schriftleiter