Schriftgröße: normal groß größer
 

Fritz Hampke

Fritz Hampke

 

Fritz Hampke

23.07.1885 - 20.10.1950

 

Fritz Hampke übersiedelte am 1. Januar 1922  mit seiner Familie nach Eden und engagierte sich sehr schnell in der Verwaltungsarbeit der Genossenschaft. Da Eden-Geschäftsführer Otto Jackisch auch die kauf­männische und siedlerische Arbeit im Vorstand der Treuhandgesellschaft stark beanspruchte, legte er die Geschäftsführung von Eden mit Zustimmung des Aufsichtsrates in Hampkes Hände, der von der Generalversammlung einstimmig bestätigt wurde. Hampke trat neben Jackisch auch in den Vorstand der Edener Siedlungsbank, denn er war als Hypo­thekenbankbeamter dergeeignete Mann für deren Neuaufbau. In den Vorstand des Vereins „Freiland", der Edener Werbe-Organisation für den Freilandgedanken nach außen, wurde Hampke ebenfalls berufen, sowie in den Aufsichtsrat der Treuhandgesellschaft. Seine Tätigkeit an jeder dieser Stellen war nutzbringend.

 

Besonders er­folgreich war sein organisatorisches Talent und seine musterhafte ruhige Verhandlungsart in der von ihm mit gegründeten Neuform-Organisation. Hampke war auch überzeugtes Mitglied der Herrnhuter Brüdergemeine.

Der Anbruch des Dritten Reiches 1933 blieb für Hampke nicht ohne Einfluss. Er äußerte zwar, dass er als Herrnhuter nur bedingt Parteimitglied der NSDAP werden könne, entschloss sich aber, „im Interesse Edens das Opfer zu bringen“. Seine Tätigkeit blieb nach wie vor ins Genossenschaftliche und Reformerische gerichtet ohne sons­tige Aktivität für die Partei. Dann kam der Zweite Weltkrieg und mit ihm neue Erschütterungen für die Genossenschaft. Auch hier zeigte sich Hampke als umsichtiger und erfolgreicher Leiter.

 

Der Zusammenbruch 1945 führte ihn hart an den Rand des Todes, und es war wohl höhere Fügung, dass er vom Abgrund hinweggeführt und dem Leben erhalten wurde.

 

Von seinem Posten als Edener Leiter musste er weichen und wurde ungeachtet gesundheitlichen Mangels bei den Aufräumungsarbeiten auf den Trümmern des Krieges ein­gesetzt, bis seine Kraft versagte. Dann übernahm er Nachtwächtertätigkeit in Edener Garten-Betrieben. In dieser Zeit hat er still und von den Eden-Genossen kaum bemerkt, die Eden-Belange wahrgenommen. Seine Rückkehr auf seine Edener verantwortlichen Posten war unter den Zeitverhältnissen nicht zu erreichen und so nahm er den Ruf seiner Herrnhuter Brüder an, an der holländischen Grenze ein groß aufgezogenes Siedlungsunternehmen für Neubauern aus der Brüdergemeinde zu leiten. Hampkes Gesundheit hielt diesem erneuten Ansturm nicht stand. Die Überarbeitung führte zu einem völligen Zusammenbruch, der nach kurzer, leidensreicher Zeit im Oktober 1950 den Tod herbeiführte.